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Quelle: Wikipedia (DE) Peter Günther (* 29. August 1882 in Betzdorf an der Sieg; † 7. Oktober 1918 in Düsseldorf) war ein deutscher Radrennfahrer.

BiographieBearbeiten

Peter Günther wuchs in Betzdorf auf und war von Beruf gelernter Mechaniker. Als er eine Arbeitsstelle bei den Allright-Werken erhielt, zog er nach Köln. Gründer des Unternehmens war der ehemalige Radsportler Georg Sorge. Mit dessen Förderung begann Günther 1901 seine Rennfahrerlaufbahn, zunächst als Amateur-Sprinter. Bei der Kölner Meisterschaft im August 1902 schlug er seinen Lokalrivalen Willy Schmitter, mit dem er auch gemeinsam Tandemrennen fuhr.

Ab 1903 startete Günther als Profi bei den damals lukrativen Steherrennen. Sein Schrittmacher war Heinrich Otto, der bei den Allright-Werken als Meister arbeitete und ihm ein Führungsmotorrad baute. Schon im Juni dieses Jahres kam es bei einem Rennen vor heimischem Publikum auf der Radrennbahn in Köln-Riehl zu einem Sturz, bei dem Günther lebensgefährlich verletzt wurde. Nach mehreren Monaten genas Günther zwar, fuhr jedoch in der Folge Rennen oftmals nur unter Schmerzen und benötigte einen speziell gebauten Sattel. Im Laufe seiner weiteren Karriere stürzte er noch weitere Male, mindestens zweimal sehr schwer. Auch startete er am 7. Oktober 1913 bei einem Rennen in Köln, bei dem der Rennfahrer Richard Scheuermann und dessen Schrittmacher Gus Lawson ums Leben kamen, er selbst blieb dieses Mal unverletzt.

Günthers anfängliche Freundschaft mit Schmitter wich einer Rivalität; die Kölner Radsportanhänger teilten sich in eine „Schmitter-“ und eine „Günther-Partei“. Die Schrittmacher der beiden Fahrer, die diese Gegnerschaft zusätzlich befeuerten, versuchten beim „Großen Preis vom Rhein“ im Jahre 1904, sich gegenseitig abzudrängen. Fahrer und Schrittmacher stürzten, jedoch blieben alle Beteiligten unverletzt. Die „Schmitter-Partei“, die in der Mehrzahl war, gab anschließend Heinrich Otto die Schuld, und Günther verlor in Köln einige Sympathien. Willy Schmitter verunglückte 1905 bei einem Rennen in Leipzig tödlich.

Dreimal – 1905, 1911 und 1912 – wurde Günther gemeinsam mit Otto deutscher Meister, 1911 (inoffizieller) Weltmeister und 1914 Europameister. 59 Siege zwischen 1906 und 1910 machten ihn gemessen am Preisgeld zum dritterfolgreichsten deutschen Fahrer dieser Jahre. 1907 heiratete er seine Frau Wanda (1885–1963). Die Ehe blieb kinderlos. Im Mai 1910 eröffnete er in der Kölner Bischofsgartenstraße 8 das „Café Günther“ (an der Stelle befindet sich heute das „Hotel Mondial“).

Im Ersten Weltkrieg wurde Peter Günther zu einem Kraftfahr-Bataillon einberufen, nach einiger Zeit jedoch beurlaubt, um bei den Kölner Cito-Werken in der Rüstungsproduktion zu arbeiten. Das ermöglichte ihm, weiterhin Rennen zu fahren.

Am 6. Oktober 1918 stürzte Günther auf der Radrennbahn Düsseldorf und starb einen Tag später im Alter von 36 Jahren. Die Zeitschrift Rad-Welt schrieb „[…] der Altmeister der rheinischen Dauerfahrer“ sei „seinem Landsmanne Schmitter in jenes Reich gefolgt, aus dem kein Sterblicher wiederkehrt“.

Nach dem Tod von Günther zog dessen Schrittmacher Heinrich Otto nach Berlin und betrieb dort eine Gaststätte. Er starb sieben Jahre nach Peter Günther.

GedenkenBearbeiten

Im November 1919 wurde über dem Grab von Peter Günther auf dem Kölner Südfriedhof ein Grabstein in Form eines Sarkophags enthüllt, der von dem Bildhauer Franz Brantzky geschaffen worden war. Der Andrang zu der Enthüllung war so groß, dass viele Menschen zu Fuß zurück in die Innenstadt zurückkehren mussten, obwohl zusätzliche Straßenbahnen eingesetzt worden waren. Die Feierlichkeiten schlossen mit einem Requiem in der Kirche St. Aposteln, auch zu Ehren von Schmitter. Günthers Witwe Wanda überlebte ihren Mann um fast 50 Jahre.[1]

In Köln-Müngersdorf erinnert der Peter-Günther-Weg am Radstadion Köln an ihn, in seinem Geburtsort Betzdorf eine Straße. Zudem tragen die Radsportvereine RRC „Günther 1921“ e.V. Köln-Longerich und der RSC 1984 e.V. „Peter Günther“ Betzdorf seinen Namen.


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